Tagesgeld oder Festgeld: Die Antwort hängt vor allem davon ab, wann du dein Geld wieder brauchst. Tagesgeld bleibt flexibel, Festgeld bindet dein Geld für eine feste Zeit.
Bei beiden bekommst du Zinsen und bei beiden gilt die gesetzliche Einlagensicherung. Der Rest ist eine Frage deiner Pläne.
Das erwartet dich
- Tagesgeld: flexibel, aber der Zins kann sich ändern
- Festgeld: fester Zins, feste Laufzeit
- Die Unterschiede auf einen Blick
- Sicherheit und Steuern
- Ein einfaches Rechenbeispiel
- So triffst du die Entscheidung
- Darauf solltest du bei Angeboten achten
- So gehst du beim Abschluss vor
- Tagesgeld oder Festgeld im Alter?
- Für wen das nicht passt
- Häufige Fragen
- Quellen
Tagesgeld: flexibel, aber der Zins kann sich ändern
Tagesgeld hat keine feste Laufzeit und keine Kündigungsfrist. Die Auszahlung läuft über dein Referenzkonto und dauert laut BaFin in der Regel einen Werktag.
Dafür ist der Zins variabel. Die Bank kann ihn jederzeit anpassen, auch nach unten.
Festgeld: fester Zins, feste Laufzeit
Beim Festgeld legst du einen Betrag für eine vereinbarte Laufzeit an. Der Zins steht zum Start fest. Dafür kommst du während der Laufzeit meist nicht an dein Geld.
Die Unterschiede auf einen Blick
- Verfügbarkeit: Tagesgeld jederzeit, Festgeld erst am Ende der Laufzeit.
- Zins: Tagesgeld variabel, Festgeld für die Laufzeit fest.
- Passt für: Tagesgeld für Rücklagen, Festgeld für Geld, das du sicher eine Zeit lang nicht brauchst.
Tagesgeld und Festgeld im Vergleich
Der Unterschied liegt in Zugriff und Zinssicherheit.
- Geld jederzeit verfügbar
- Zins variabel
- Keine feste Laufzeit
- Gut für Rücklagen
- Geld für die Laufzeit gebunden
- Zins fest
- Feste Laufzeit
- Gut für Geld mit klarem Zeitplan
Bei beiden gilt: Einlagen sind bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt.
Sicherheit und Steuern
Einlagen sind bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt. Bei Anlagen in einer Fremdwährung kommt ein Wechselkursrisiko dazu.
Zinsen sind steuerpflichtig. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1.000 Euro im Jahr, für zusammen veranlagte Ehepaare bei 2.000 Euro. Darüber fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an, dazu können Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer kommen. Mit einem Freistellungsauftrag wird die Steuer bis zum Pauschbetrag gar nicht erst abgezogen.
Ein einfaches Rechenbeispiel
Zinsen wirken oft abstrakt. Ein Beispiel mit runden Zahlen macht es greifbarer. Bei 10.000 Euro und einem Zins von 2 Prozent im Jahr bekommst du vor Steuern 200 Euro. Bei 3 Prozent wären es 300 Euro. Das sind nur Beispielwerte, keine aktuellen Angebote.
Der Unterschied zeigt: Ein höherer Zins bringt mehr, wenn du größere Beträge länger liegen lässt. Bei kleinen Beträgen lohnt sich dagegen kaum, dafür Laufzeit und Flexibilität aufzugeben.
So triffst du die Entscheidung
Drei Fragen helfen dir schnell weiter:
- Brauchst du das Geld vielleicht in den nächsten Monaten? Dann ist Tagesgeld die sichere Wahl.
- Weißt du genau, dass du das Geld für eine feste Zeit nicht brauchst? Dann kann Festgeld passen.
- Willst du dir einen bekannten Zins sichern? Das geht nur mit Festgeld, denn beim Tagesgeld kann er sich ändern.
Oft ist eine Mischung sinnvoll. Die Rücklage bleibt auf dem Tagesgeld, der Rest kann auf Festgeld mit unterschiedlich langen Laufzeiten liegen. So wird regelmäßig ein Teil frei.
Darauf solltest du bei Angeboten achten
- Gilt der Zins nur für Neukunden?
- Wie lange gilt ein Aktionszins, und was kommt danach?
- Gibt es eine Obergrenze für den Betrag mit dem hohen Zins?
- In welchem Land sitzt die Bank?
- Verlängert sich das Festgeld am Ende automatisch?
Vergleiche außerdem, wie das Geld wieder zurückkommt. Bei beiden Produkten läuft das normalerweise über dein Referenzkonto.
So gehst du beim Abschluss vor
- Lege fest, wie viel du jederzeit brauchst.
- Vergleiche Zinsen, Bedingungen und das Sitzland der Bank.
- Eröffne das Konto online und bestätige deine Identität.
- Überweise das Geld von deinem Referenzkonto.
- Stelle bei der Bank einen Freistellungsauftrag.
- Trage dir das Ende der Laufzeit in den Kalender ein.
Tagesgeld oder Festgeld im Alter?
Kurz vor dem Ruhestand oder danach ist Planbarkeit oft wichtiger. Manche legen deshalb Geld, das sie erst in einigen Jahren brauchen, in gestaffelten Festgeldern an. Tagesgeld deckt dann die laufenden Ausgaben ab. Das kann helfen, ohne dass ein Teil des Geldes unnötig lange gebunden ist. Prüfe aber immer, ob der Zins die Inflation ausgleicht.
Für wen das nicht passt
- Festgeld passt nicht für deinen Notgroschen, weil du im Ernstfall schnell an das Geld musst. Tagesgeld passt nicht, wenn du über viele Jahre Vermögen aufbauen willst, denn Zinsen gleichen die Inflation nicht immer aus.
Häufige Fragen
Kann ich beides kombinieren?
Ja. Viele legen einen Teil als Rücklage aufs Tagesgeld und den Rest für eine feste Zeit aufs Festgeld.
Ist mein Geld im Ausland auch sicher?
Bei Banken in der EU gilt ebenfalls ein Schutz von 100.000 Euro, abgewickelt wird er aber über das jeweilige Land. Prüfe deshalb, in welchem Land die Bank sitzt.
Kann die Bank den Tagesgeldzins senken?
Ja, der Zins ist variabel und kann sich jederzeit ändern. Achte bei Lockangeboten darauf, wie lange der Zins gilt.
Gibt es bei Festgeld Kosten?
Die Anlage selbst ist meist kostenlos. Prüfe aber die Bedingungen deines Angebots, vor allem bei Vermittlungsplattformen.
Wie viele Tagesgeldkonten darf ich haben?
So viele du möchtest. Achte aber darauf, deinen Sparer-Pauschbetrag sinnvoll zu verteilen.
Quellen
Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Finanz- oder Rechtsberatung. Stand: November 2026.