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Dispo ablösen: So kommst du aus dem Minus

Wenn dein Konto dauerhaft im Minus ist, solltest du den Dispo ablösen, statt ihn immer wieder auszureizen. Der Dispo ist für kurze Engpässe gedacht, nicht als Dauerkredit.

Oft hilft ein klarer Plan mit festen Raten. Das kann ein günstigerer Ratenkredit sein oder ein Rückzahlungsplan aus eigener Kraft. Wichtig ist nur, dass das Konto danach im Plus bleibt.

Das erwartet dich

Warum der Dispo zum Problem wird

Beim Dispo gibt es meist keinen festen Rückzahlungsplan. Das Minus kann deshalb über Monate bleiben, und die Zinsen laufen weiter. Die Bank kann den Rahmen außerdem ganz oder teilweise kündigen. Laut BaFin tut sie das in der Regel, wenn sich deine wirtschaftliche Lage verschlechtert oder keine regelmäßigen Eingänge mehr kommen.

Nutzt du den Dispo dauerhaft stark, müssen Banken dir eine Beratung anbieten. Das gilt laut BaFin, wenn du ihn über sechs Monate zu durchschnittlich 75 Prozent ausschöpfst. Bei einer geduldeten Überziehung gilt das nach drei Monaten, wenn sie mehr als 50 Prozent des monatlichen Geldeingangs beträgt.

Dispo oder Ratenkredit im Vergleich

Dispo und Ratenkredit

Zwei Wege, zwei Einsatzzwecke.

Dispo
  • Flexibel und sofort da
  • Kein fester Rückzahlungsplan
  • Für kurze Engpässe gedacht
Ratenkredit
  • Feste Rate und feste Laufzeit
  • Klares Ende der Schuld
  • Nur sinnvoll, wenn er insgesamt günstiger ist

Prüfe immer die Kosten deines eigenen Angebots.

Worauf du beim Vergleich achten solltest, steht in Ratenkredit vergleichen: Darauf kommt es an.

So löst du den Dispo ab

  • Schau nach, wie hoch dein Minus wirklich ist und welchen Zins du zahlst.
  • Rechne aus, wie viel du jeden Monat sicher zurückzahlen kannst.
  • Prüfe, ob du das Minus aus Rücklagen oder einem Verkauf verkleinern kannst.
  • Vergleiche Ratenkredite nach effektivem Jahreszins.
  • Lass dir den Kredit auszahlen und gleiche damit das Konto aus.
  • Senke den Dispo-Rahmen, damit du nicht erneut hineinrutschst.

Der letzte Schritt ist der wichtigste. Sonst hast du am Ende einen Kredit und wieder ein Minus auf dem Konto.

Ohne Kredit raus aus dem Minus

Ein neuer Kredit ist nicht immer nötig. Bei einem kleinen Minus reicht oft ein Plan. Lege einen festen Betrag fest und buche ihn am Monatsanfang als Dauerauftrag auf ein eigenes Konto oder lass das Geld einfach auf dem Girokonto stehen. Prüfe außerdem deine Ausgaben:

  • Welche Abos kannst du kündigen?
  • Gibt es Verträge, die günstiger gehen?
  • Welche Ausgaben kannst du für ein paar Monate verschieben?
  • Gibt es Dinge, die du verkaufen kannst?

Wenn das Konto gekündigt oder gesperrt wird

Streicht die Bank eine geduldete Überziehung, musst du den negativen Saldo laut BaFin umgehend ausgleichen. Warte nicht ab, sondern sprich früh mit deiner Bank. Oft lässt sich eine Lösung finden, solange du reagierst. Wenn Mahnungen liegen bleiben, wird es meist schwieriger.

So bleibst du im Plus

  • Baue einen kleinen Notgroschen auf.
  • Plane hohe Jahreszahlungen schon im Voraus ein.
  • Teile das Geld am Monatsanfang in Fixkosten, Alltag und Sparen auf.
  • Schalte Benachrichtigungen in deiner Banking-App ein.
  • Überprüfe deinen Kontostand vor größeren Abbuchungen.

Beispiel: So planst du die Rückzahlung

Ein Beispiel mit erfundenen Zahlen: Dein Konto steht bei minus 1.500 Euro. Wenn du jeden Monat 150 Euro zurückzahlst, bist du je nach Zinsen nach etwas mehr als zehn Monaten wieder im Plus. Setzt du den Dispo-Rahmen parallel herunter, nimmst du dir die Versuchung.

Prüfe zuerst, warum das Minus entstanden ist. War es eine einmalige Reparatur, reicht oft ein kurzer Plan. Fehlen jeden Monat ein paar Euro, musst du an die laufenden Ausgaben ran. Sonst hilft auch ein Kredit nur kurz. Schreibe dir für einen Monat alle Ausgaben auf und markiere, was weg kann. Viele finden dabei schnell einen zweistelligen Betrag.

Sprich außerdem mit deiner Bank. Sie kann dir Optionen erklären. Du musst aber nichts unterschreiben, was du nicht verstanden hast. Frag nach dem Zins, der Laufzeit und allen Kosten und nimm das Angebot mit nach Hause.

Für wen das nicht passt

  • Ein Ratenkredit passt nicht, wenn du die Rate kaum tragen kannst oder schon mehrere Schulden hast. Dann hilft eher eine anerkannte Schuldnerberatung, zum Beispiel bei Verbraucherzentralen oder sozialen Trägern. Vorsicht vor Angeboten, die Kredite ohne Prüfung versprechen.

Häufige Fragen

Darf die Bank meinen Dispo streichen?

Ja. Laut BaFin kann sie ihn ganz oder teilweise kündigen. Einen Anspruch auf einen Dispo gibt es nicht.

Muss ich den Dispo sofort zurückzahlen?

Das hängt davon ab, ob der Rahmen weiter gilt. Wenn er gekündigt wird, solltest du schnell mit der Bank eine Lösung suchen.

Ist der Ratenkredit immer günstiger?

Nein. Vergleiche Zinsen und Gesamtkosten. Schließe keine teure Restschuldversicherung ab, nur um den Kredit zu bekommen.

Quellen

Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Stand: November 2026.