Du willst dein Girokonto wechseln, hast aber keine Lust, jeden Dauerauftrag einzeln umzuziehen? Musst du auch nicht: Banken in Deutschland sind gesetzlich verpflichtet, dir beim Wechsel zu helfen.
Du gibst deiner neuen Bank eine Ermächtigung, den Rest erledigen die beiden Banken in festen Fristen. Ein paar Dinge solltest du trotzdem im Blick behalten.
Das erwartet dich
- So läuft die Kontowechselhilfe ab
- Was der Wechsel kostet
- Darauf solltest du selbst achten
- Wann sich ein Wechsel lohnt
- Schritt für Schritt zum neuen Konto
- Dispo, Karten und Online-Banking
- Typische Fehler beim Wechsel
- Geschäftskonto und Gemeinschaftskonto
- Für wen das nicht passt
- Häufige Fragen
- Quellen
So läuft die Kontowechselhilfe ab
Die Regeln stehen im Zahlungskontengesetz. Der Ablauf hat drei Schritte:
- Du erteilst der neuen Bank schriftlich die Ermächtigung. Die BaFin stellt dafür auch ein Formular bereit.
- Die neue Bank fordert innerhalb von 2 Geschäftstagen deine Daueraufträge, Lastschriftmandate und die Zahlungseingänge der letzten 13 Monate bei der alten Bank an.
- Die alte Bank liefert innerhalb von 5 Geschäftstagen. Die neue Bank richtet danach innerhalb von weiteren 5 Geschäftstagen alles ein.
Der Kontowechsel im Zeitplan
So greifen die gesetzlichen Fristen ineinander.
- DuStartDu gibst der neuen Bank die schriftliche Ermächtigung.
- Neue Bankmax. 2 GeschäftstageSie fordert deine Daten bei der alten Bank an.
- Alte Bankmax. 5 GeschäftstageSie liefert Daueraufträge, Lastschriften und Zahlungseingänge.
- Neue Bankmax. 5 GeschäftstageSie richtet alles auf deinem neuen Konto ein.
Zusammen sind das höchstens 12 Geschäftstage.
Was der Wechsel kostet
Der Zugang zu deinen Daten, die Listen und die Schließung des alten Kontos sind kostenlos. Andere Entgelte darf eine Bank nur verlangen, wenn sie vereinbart wurden. Sie müssen außerdem angemessen sein und sich an den tatsächlichen Kosten orientieren.
Darauf solltest du selbst achten
- Prüfe in deinen Umsätzen, ob alle Zahlungspartner erfasst wurden. Seltene Abbuchungen, etwa einmal im Jahr, tauchen leicht nicht auf.
- Lass das alte Konto noch eine Weile offen, bis alle Zahlungen sauber auf dem neuen Konto laufen.
- Halte Geld für Abbuchungen auf dem neuen Konto bereit.
- Vergleiche vor dem Wechsel Kontoführung, Karten und Dispozinsen.
Wann sich ein Wechsel lohnt
Ein neues Konto lohnt sich vor allem, wenn dein aktuelles Konto Geld kostet, das du nicht ausgeben müsstest. Schau dir dafür einmal deine Kontoauszüge eines ganzen Jahres an. Oft summieren sich kleine Beträge, die im Alltag kaum auffallen.
- Monatliche Kontoführungsgebühren
- Kosten für die Girocard oder die Kreditkarte
- Gebühren für Überweisungen auf Papier oder Einzahlungen
- Hohe Dispozinsen, wenn du dein Konto öfter überziehst
- Kosten beim Abheben, wenn es wenige passende Automaten gibt
Geld ist aber nicht alles. Vielleicht willst du eine bessere App, eine Filiale in der Nähe oder einen Service, den du wirklich erreichst. Schreib dir auf, was dir wichtig ist, bevor du Angebote vergleichst.
Schritt für Schritt zum neuen Konto
- Vergleiche Konten und prüfe die Bedingungen. Manche Angebote sind nur kostenlos, wenn regelmäßig ein Mindestbetrag eingeht.
- Eröffne das neue Konto. Dafür musst du dich meist per Video, App oder in der Filiale ausweisen.
- Warte, bis Karte und Zugangsdaten da sind.
- Beauftrage die Kontowechselhilfe und lege dabei das Startdatum fest.
- Prüfe nach dem Wechsel die ersten Umsätze.
- Kündige das alte Konto, wenn alles läuft.
Dispo, Karten und Online-Banking
Dein Dispo zieht nicht automatisch mit um. Die neue Bank entscheidet selbst, ob und in welcher Höhe sie dir einen Rahmen einräumt. Ist dein altes Konto im Minus, solltest du das vor der Schließung ausgleichen.
Denk auch an Dienste, bei denen deine Karte hinterlegt ist. Dazu gehören Bezahl-Apps, Online-Shops, Streaming-Abos und das Handy-Wallet. Diese Dienste bekommen deine neuen Kartendaten nicht über die Kontowechselhilfe, deshalb musst du sie selbst ändern.
Typische Fehler beim Wechsel
- Das alte Konto zu früh schließen.
- Jahreszahlungen wie Versicherungen oder Vereinsbeiträge vergessen.
- Nur auf das Startguthaben schauen, nicht auf die Kosten danach.
- Das Gehaltskonto beim Arbeitgeber nicht prüfen. Kontrolliere, ob das Gehalt wirklich auf dem neuen Konto ankommt.
Geschäftskonto und Gemeinschaftskonto
Bei einem Gemeinschaftskonto müsst ihr den Wechsel gemeinsam planen. Klärt vorher, wer das Konto führt, wer unterschreibt und welche Zahlungen darüber laufen. Für Selbstständige gilt: Ein Geschäftskonto folgt oft eigenen Bedingungen. Frag deshalb bei der Bank nach, ob die Kontowechselhilfe für dein Konto gilt, und stelle Kundenrechnungen rechtzeitig auf die neue IBAN um.
Für wen das nicht passt
- Die gesetzliche Hilfe greift nicht, wenn eine der Banken außerhalb Deutschlands sitzt oder die Konten in unterschiedlichen Währungen laufen. Dann musst du die Umstellung selbst organisieren.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Kontowechsel?
Mit der Kontowechselhilfe laufen die Fristen von 2, 5 und nochmals 5 Geschäftstagen nacheinander. Rechne also mit rund zwei bis drei Wochen.
Muss ich alle Zahlungspartner selbst informieren?
Die Banken übernehmen das im Rahmen der Wechselhilfe. Kontrolliere trotzdem, ob wirklich alle Partner die neue Kontoverbindung haben.
Wer haftet, wenn etwas schiefgeht?
Laut Verbraucherzentrale haften beide Banken gemeinsam für Fehler bei der Wechselhilfe.
Muss ich mein altes Konto schließen?
Nein. Du kannst es auch weiter nutzen. Prüfe dann aber, ob es dich Gebühren kostet.
Kann ich mein Konto auch ohne Wechselhilfe wechseln?
Ja, du kannst alles selbst umstellen. Die Wechselhilfe spart dir aber viel Arbeit, weil die Banken die Daten austauschen.
Quellen
Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Finanz- oder Rechtsberatung. Stand: November 2026.