Ein kostenloses Girokonto ist nicht immer wirklich kostenlos. Oft gilt die Gratis-Kontoführung nur unter bestimmten Bedingungen, und einzelne Leistungen kosten extra.
Wenn du die Entgeltinformation liest und deine eigene Nutzung kennst, findest du schnell heraus, was dich ein Konto im Jahr wirklich kostet.
Das erwartet dich
- Was „kostenlos“ wirklich bedeutet
- Die Checkliste vor der Eröffnung
- Die Entgeltinformation hilft dir
- So findest du das passende Konto
- Gebühren, die nicht erlaubt sind
- Wenn die Bank die Preise ändert
- Basiskonto als Sicherheitsnetz
- Beispiel: Was ein Konto im Jahr kostet
- Für wen das nicht passt
- Häufige Fragen
- Quellen
Was „kostenlos“ wirklich bedeutet
Banken dürfen Gebühren verlangen, wenn sie mit dir vertraglich vereinbart sind. Die BaFin überwacht die Höhe nicht und kann sie weder verbieten noch begrenzen. Du musst also selbst vergleichen.
Häufig ist nur die monatliche Kontoführung kostenlos. Das kann an Bedingungen geknüpft sein, etwa an einen regelmäßigen Geldeingang. Andere Kosten laufen daneben weiter, zum Beispiel für Karten, Bargeld oder Überweisungen auf Papier.
Die Checkliste vor der Eröffnung
Das prüfst du vor dem Abschluss
Diese Punkte entscheiden über die echten Kosten.
- Mindestgeldeingang
- Altersgrenzen
- Befristete Aktionen
- Zahl der Buchungen
- Karten
- Bargeld abheben und einzahlen
- Beleghafte Überweisungen
- Dispozinsen
Rechne die Kosten für ein ganzes Jahr aus, nicht nur für einen Monat. Eine kleine Gebühr für die Karte ist unter Umständen günstiger als ein Konto mit strengen Bedingungen, die du nicht erfüllst.
Die Entgeltinformation hilft dir
Banken müssen dir vor Vertragsabschluss rechtzeitig und kostenlos eine Entgeltinformation geben. Dort stehen die wichtigsten Preise in einheitlicher Form. Mindestens einmal im Jahr und bei Vertragsende bekommst du außerdem eine Entgeltaufstellung. Sie zeigt, was du tatsächlich gezahlt hast. So kannst du dein bisheriges Konto mit neuen Angeboten vergleichen.
Die BaFin betreibt außerdem einen neutralen Kontenvergleich für Girokonten und Basiskonten. Das ist ein guter Startpunkt, weil dort keine Provision im Spiel ist.
So findest du das passende Konto
- Zähle, wie oft du im Monat Bargeld holst oder einzahlst.
- Prüfe, ob du eine Filiale brauchst oder online zurechtkommst.
- Schau, welche Karte du wirklich nutzt.
- Vergleiche Dispozinsen, wenn du dein Konto überziehst.
- Prüfe die Banking-App auf Bedienung und Sicherheit.
- Lies die Bedingungen für den kostenlosen Status.
Gebühren, die nicht erlaubt sind
Nicht jede Gebühr ist zulässig. Laut Verbraucherzentrale gilt das etwa für ein Entgelt für eine Kontopfändung. Auch die Kontoführung eines Pfändungsschutzkontos darf nicht teurer sein als die eines Standardkontos. Für die Bearbeitung einer geduldeten Überziehung darf ebenfalls kein Entgelt verlangt werden. Klauseln, mit denen eine Zustimmung zu Änderungen nur vorgetäuscht wird, sind ebenfalls unzulässig. Wenn dir eine Gebühr merkwürdig vorkommt, frag bei der Bank nach und wende dich im Zweifel an die Verbraucherzentrale.
Wenn die Bank die Preise ändert
Ein Gratis-Konto muss nicht für immer gratis bleiben. Banken können Preise ändern, brauchen dafür aber deine Zustimmung. Lies Schreiben deiner Bank deshalb genau und reagiere rechtzeitig. Du kannst dein Girokonto jederzeit kündigen, die Kündigungsfrist beträgt höchstens einen Monat. Mit der gesetzlichen Kontowechselhilfe ist der Umzug zu einer anderen Bank machbar.
Basiskonto als Sicherheitsnetz
Jeder hat Anspruch auf ein Basiskonto, wenn kein anderes Konto besteht. Die Entgelte dafür müssen angemessen sein. Es ist also keine Gratis-Lösung, sichert aber den Zugang zu Überweisungen und Kartenzahlung.
Beispiel: Was ein Konto im Jahr kostet
Ein Rechenbeispiel mit erfundenen Zahlen zeigt, warum die Jahressicht hilft. Konto A kostet 5 Euro im Monat, inklusive allem, was du nutzt. Das sind 60 Euro im Jahr. Konto B ist in der Kontoführung kostenlos, verlangt aber 1 Euro für jede Bargeldeinzahlung. Zahlst du fünfmal im Monat ein, sind es ebenfalls 60 Euro im Jahr.
Kommt bei Konto B noch eine Kartengebühr dazu, ist das vermeintlich kostenlose Konto sogar teurer. Nimm dir deshalb deine letzten Kontoauszüge und zähle nach, wie oft du welche Leistung wirklich nutzt.
Vergleiche außerdem nicht nur die Gebühren. Ein Konto kann günstig sein und trotzdem nicht passen, wenn du in deiner Gegend keinen Automaten findest oder den Kundenservice nicht erreichst. Für viele ist auch wichtig, dass die Bank zu ihrer Arbeit oder Ausbildung passt. Es gibt Angebote für junge Menschen und Studierende, die zeitlich begrenzt sein können. Prüfe, was nach dem Ende dieser Phase gilt.
Für wen das nicht passt
- Ein kostenloses Online-Konto passt nicht, wenn du regelmäßig Bargeld einzahlst oder persönliche Beratung brauchst. Ein Konto mit Gebühr kann dann günstiger oder bequemer sein.
Häufige Fragen
Gibt es wirklich komplett kostenlose Girokonten?
Das hängt von deiner Nutzung ab. Prüfe die Entgeltinformation und rechne deine typischen Vorgänge durch.
Darf die Bank einfach Gebühren einführen?
Sie braucht dafür deine Zustimmung. Klauseln, die eine Zustimmung nur vortäuschen, hat der BGH beanstandet.
Was ist, wenn ich die Bedingungen nicht mehr erfülle?
Dann kann eine Gebühr anfallen. Prüfe, was im Vertrag steht, und wechsle bei Bedarf das Konto.
Quellen
- BaFin: Kosten und Gebühren für Bankgeschäfte
- BaFin: Girokonto (geändert 17.7.2026)
- Verbraucherzentrale: Bankgebühren (Stand 20.8.2026)
- Verbraucherzentrale: Girokonto (Stand 10.12.2025)
Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Stand: November 2026.