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Risikolebensversicherung: Für wen sie sinnvoll ist

Eine Risikolebensversicherung sichert die Menschen ab, die von deinem Einkommen abhängen. Stirbst du während der Laufzeit, bekommen sie die vereinbarte Summe.

Sie ist also keine Geldanlage, sondern reiner Schutz. Besonders wichtig wird sie für Familien und bei einem laufenden Kredit.

Für wen sie sinnvoll ist

  • Familien mit Kindern, die von deinem Einkommen leben
  • Alleinerziehende
  • Paare, bei denen einer stark vom Einkommen des anderen abhängt
  • Menschen mit Immobilienkredit oder anderen hohen Schulden

Laut einer Studie des Versicherungsverbands GDV verlieren in Deutschland jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen einen Elternteil oder Partner, der zum Einkommen beigetragen hat. Bei Alleinerziehenden hat nur etwa jede fünfte Person eine solche Versicherung.

Wie hoch die Summe sein sollte

Der GDV nennt als Faustregel etwa drei bis fünf Bruttojahresgehälter plus offene Kredite. Ohne Kredite liegt die Mindestabsicherung laut GDV bei etwa 150.000 Euro. Die durchschnittliche Summe lag 2024 bei rund 121.000 Euro, also darunter.

Dein Richtwert für die Versicherungssumme

Nach der GDV-Faustregel: drei bis fünf Bruttojahresgehälter plus offene Kredite.

Nur ein grober Richtwert, kein Angebot. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.

Wie lange sie laufen sollte

Wähle die Laufzeit nach deinem Bedarf: bis die Kinder selbstständig sind oder der Kredit abbezahlt ist. Ein früher Abschluss hilft beim Beitrag. Mit etwa 35 Jahren ist er ungefähr doppelt so hoch wie mit 25. Rauchende zahlen je nach Alter teils mehr als doppelt so viel.

Das solltest du beim Abschluss beachten

  • Beantworte die Gesundheitsfragen vollständig und ehrlich, sonst riskierst du deinen Schutz.
  • Vergleiche Beiträge, denn die Unterschiede können groß sein.
  • Kläre, wer die Summe bekommen soll, und benenne die Person im Vertrag.

So funktioniert die Versicherung

Du zahlst einen Beitrag und legst eine Versicherungssumme, eine Laufzeit und die begünstigte Person fest. Stirbst du während dieser Zeit, zahlt die Versicherung die Summe aus. Die Beiträge hängen unter anderem von Alter, Gesundheit, Beruf, Rauchverhalten, Laufzeit und Summe ab.

Die Risikolebensversicherung ist nicht mit der Hinterbliebenenrente zu verwechseln. Eine gesetzliche Rente für Hinterbliebene reicht oft nicht aus, um den Lebensstandard zu halten, und sie gibt es nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Deinen Bedarf ausrechnen

Die GDV-Faustregel ist ein guter Startpunkt. Genauer wird es, wenn du deine Situation durchrechnest:

  • Welches Einkommen würde fehlen?
  • Wie lange brauchen Partner oder Kinder Unterstützung?
  • Welche Kredite sind noch offen?
  • Wie viel Rücklagen gibt es?
  • Welche Kosten kommen hinzu, zum Beispiel für Kinderbetreuung?

Ein einfaches Rechenbeispiel: Bei 45.000 Euro Bruttojahresgehalt und 80.000 Euro offenem Kredit ergibt die Faustregel 135.000 bis 225.000 Euro plus den Kredit, also 215.000 bis 305.000 Euro.

Tipp: Hast du eine Baufinanzierung, sollte die Versicherungssumme mindestens die offene Restschuld abdecken. Wie sich die Restschuld nach Ende der Zinsbindung entwickelt, erklären wir im Artikel zur Anschlussfinanzierung.

Paare: ein Vertrag oder zwei?

Paare können sich auf verschiedene Arten absichern. Sie können einen gemeinsamen Vertrag oder zwei einzelne Verträge abschließen. Wichtig sind dabei zwei Fragen: Wer soll das Geld bekommen, und wer soll den Vertrag führen? Auch steuerliche Fragen können eine Rolle spielen. Unverheiratete Paare sollten hier besonders genau hinschauen, weil beim Erben andere Regeln gelten können. Hol dir im Zweifel Rat von einer unabhängigen Stelle.

Abschluss in fünf Schritten

  • Bedarf und Laufzeit festlegen.
  • Tarife vergleichen.
  • Gesundheitsfragen sorgfältig beantworten.
  • Bezugsberechtigte Person eintragen.
  • Unterlagen sicher aufbewahren und Angehörige informieren.

Überprüfe den Vertrag bei großen Veränderungen, zum Beispiel nach einer Geburt, einem Hauskauf oder einer Trennung.

Wenn sich dein Leben ändert

Kinder werden selbstständig, Kredite werden kleiner. Deshalb kann der Bedarf mit der Zeit sinken. Umgekehrt braucht es nach einem Immobilienkauf vielleicht mehr Schutz. Manche Tarife bieten eine Nachversicherung ohne neue Gesundheitsprüfung. Frag beim Abschluss danach, wenn dir das wichtig ist.

Häufige Irrtümer

Zwei Annahmen halten sich hartnäckig. Erstens: Junge Menschen bräuchten keinen Schutz. Wer früh Kinder bekommt oder ein Haus finanziert, trägt aber schon früh Verantwortung. Zweitens: Eine Summe von 50.000 Euro reiche aus. Bei offenen Krediten und Kindern ist sie oft schnell aufgebraucht.

Für wen das nicht passt

  • Wenn niemand finanziell von dir abhängt und du keine Kredite hast, brauchst du sie meist nicht. Überlebst du die Laufzeit, gibt es in der Regel kein Geld zurück. Für den Vermögensaufbau passt sie deshalb nicht.

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Häufige Fragen

Bekomme ich am Ende Geld zurück?

In der Regel nein. Die Versicherung zahlt nur, wenn du während der Laufzeit stirbst.

Was ist der Unterschied zur Kapitallebensversicherung?

Die Risikolebensversicherung ist reiner Todesfallschutz. Eine Kapitallebensversicherung verbindet Schutz und Sparen und ist deshalb teurer.

Sind Paare gemeinsam versichert?

Das geht. Ob ein gemeinsamer Vertrag oder zwei einzelne besser passen, hängt von eurer Situation ab.

Muss ich zum Arzt?

Das hängt vom Tarif und von der Summe ab. Oft reichen die Gesundheitsfragen im Antrag, bei hohen Summen kann mehr nötig sein.

Kann ich trotz Vorerkrankung abschließen?

Das hängt vom Einzelfall ab. Manche Versicherer verlangen einen Aufschlag oder lehnen ab. Verschweige Vorerkrankungen aber nicht.

Quellen

Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Finanz- oder Rechtsberatung. Stand: November 2026.