Im Urlaub mit Karte zahlen ist bequem – kann aber teuer werden. Außerhalb des Euroraums verlangen viele Banken für jede Zahlung eine Gebühr, und an der Kasse lauert eine Falle, die schnell mehrere Prozent kostet.
Hier erfährst du, welche Gebühren es gibt, wie du sie vermeidest und was du tun musst, wenn deine Karte im Ausland verloren geht.
Das erwartet dich
Welche Gebühren im Ausland anfallen
Wenn du außerhalb des Euroraums zahlst, können bis zu drei Kostenarten zusammenkommen:
- Fremdwährungsgebühr (auch Auslandseinsatzentgelt): Deine Bank berechnet einen Prozentsatz auf jeden Umsatz in fremder Währung. Bei vielen Standardkarten sind das 1,5 bis 2 Prozent, insgesamt liegt die Spanne meist zwischen 1 und 3 Prozent.
- Gebühr fürs Bargeldabheben: oft 2 bis 4 Prozent oder ein fester Betrag von 5 bis 10 Euro pro Abhebung.
- Gebühr des Automatenbetreibers: Viele Automaten im Ausland verlangen zusätzlich eigene Gebühren, etwa in den USA oder in Thailand oft einige Euro pro Abhebung.
Es gibt Kreditkarten, die auf die Fremdwährungsgebühr verzichten. Ob deine Karte dazugehört, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank.
Die wichtigste Regel: in Landeswährung zahlen
Am Kartenterminal oder Geldautomaten wirst du oft gefragt: „In Euro oder in Landeswährung zahlen?“ Das klingt nach Service, ist aber meist teurer. Bei Euro rechnet der Händler oder Automatenbetreiber selbst um – mit seinem eigenen Kurs. Das nennt sich dynamische Währungsumrechnung (englisch: Dynamic Currency Conversion, kurz DCC).
Die Aufschläge liegen typischerweise bei 3 bis 10 Prozent, im Extremfall auch darüber. Deshalb gilt: Immer in Landeswährung zahlen – also in Dollar, Pfund oder Kronen. Dann rechnet deine Bank um, und das ist fast immer günstiger, selbst wenn sie eine Fremdwährungsgebühr verlangt.
Was das in Euro bedeutet
Beispiel: Du gibst im Urlaub in den USA umgerechnet 1.000 € mit Karte aus.
Zahlst du mit einer Standardkarte und wählst am Terminal „Euro“, können sich die Kosten sogar addieren. Rechenbeispiel ohne Gebühren fürs Bargeldabheben.
Bei einer Woche Urlaub klingt das nach wenig. Über mehrere Reisen im Jahr, eine teure Fernreise oder ein Auslandssemester kommen aber schnell dreistellige Beträge zusammen.
Bargeld im Ausland abheben
Bargeld mit der Kreditkarte abzuheben, ist oft teurer als Bezahlen. Neben der Gebühr deiner Bank kann der Automatenbetreiber eine eigene Gebühr verlangen. Zeigt der Automat sie an, kannst du abbrechen und einen anderen suchen. Hebe lieber seltener größere Beträge ab als oft kleine – feste Gebühren pro Abhebung fallen dann weniger ins Gewicht.
Bei manchen Kreditkarten fallen fürs Abheben außerdem ab dem ersten Tag Zinsen an, bis die Abrechnung bezahlt ist. Prüfe das vor der Reise, vor allem bei Karten mit Teilzahlung.
Was im Euroraum gilt
Innerhalb der EU gilt: Zahlungen in Euro dürfen nicht mehr kosten als die gleiche Zahlung im Inland. In Spanien, Italien oder Österreich zahlst du also genauso wie zu Hause.
In EU-Ländern mit eigener Währung – etwa Schweden, Polen oder Tschechien – musst du vor der Zahlung erfahren, wie hoch der Aufschlag auf den Referenzkurs der Europäischen Zentralbank ist. Nach der Zahlung schickt dir deine Bank in der Regel eine Nachricht mit den Umrechnungskosten. So siehst du schwarz auf weiß, was dich die Karte kostet.
Checkliste vor der Reise
- Preis- und Leistungsverzeichnis prüfen: Fremdwährungsgebühr und Gebühren fürs Abheben
- Zwei Karten mitnehmen, am besten von verschiedenen Banken und Kartennetzen
- Karte für das Reiseland freischalten, falls deine Bank Länder sperrt
- Verfügungsrahmen prüfen, vor allem bei Mietwagen und Hotel (Kaution)
- Push-Nachrichten in der Banking-App einschalten, damit du jede Zahlung siehst
- Sperr-Notruf und Kartennummer getrennt von der Karte notieren
Karte weg oder gesperrt?
Sperr deine Karte sofort, wenn sie verloren geht oder gestohlen wird. Das geht meist direkt in der App deiner Bank. Alternativ gibt es den zentralen Sperr-Notruf 116 116, aus dem Ausland mit der Vorwahl +49 116 116. Bei Diebstahl solltest du zusätzlich Anzeige bei der Polizei vor Ort erstatten.
Für wen eine Reise-Kreditkarte nicht nötig ist
Reist du nur innerhalb des Euroraums, brauchst du keine spezielle Reise-Kreditkarte – deine normale Karte kostet dort nicht mehr als zu Hause. Auch wer nur selten und wenig im Nicht-Euro-Ausland ausgibt, spart mit einer Zusatzkarte oft weniger, als sie an Jahresgebühr kostet. Rechne dann nach, bevor du eine neue Karte beantragst.
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Häufige Fragen
Soll ich im Ausland in Euro oder in Landeswährung zahlen?
In Landeswährung. Bei Euro rechnet der Händler oder Automat mit eigenem Kurs um, und das ist meist deutlich teurer.
Kostet die Kreditkarte in Spanien oder Italien extra?
Nein. Zahlungen in Euro innerhalb der EU dürfen nicht mehr kosten als im Inland. Gebühren fallen vor allem bei fremden Währungen an.
Wie hoch ist die Fremdwährungsgebühr?
Bei vielen Standardkarten 1,5 bis 2 Prozent pro Umsatz. Manche Karten verzichten ganz darauf. Den genauen Wert findest du im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank.
Was mache ich, wenn meine Karte im Ausland weg ist?
Sofort sperren – in der Banking-App oder über den Sperr-Notruf +49 116 116. Bei Diebstahl zusätzlich Anzeige bei der Polizei erstatten.
Quellen
- Verordnung (EU) 2021/1230, Art. 4: Währungsumrechnungsentgelte bei Kartenzahlungen
- Verordnung (EU) 2021/1230, Art. 3: Entgelte für grenzüberschreitende Euro-Zahlungen
- Volksbanken Raiffeisenbanken: Auslandseinsatzentgelt
- echo24/€uro-Finanzwissen: Bis zu 12 Prozent Aufschlag – die falsche Karte im Urlaub (19.10.2026)
Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Finanz- oder Rechtsberatung. Stand: November 2026.
