Taschengeld, der erste Ferienjob, das erste Online-Abo: Irgendwann braucht jedes Kind ein eigenes Konto. Ein Jugendkonto ist dafür gemacht – meist kostenlos und so gebaut, dass keine Schulden entstehen können.
Hier erfährst du, was Eltern wissen müssen, welche Karte sinnvoll ist und worauf du beim Vergleich achten solltest.
Das erwartet dich
Ab wann ein eigenes Konto sinnvoll ist
Viele Banken bieten Konten schon für Kinder ab sieben Jahren an. Richtig sinnvoll wird ein Girokonto meist mit zehn bis zwölf Jahren, wenn Taschengeld regelmäßig kommt und Kinder lernen sollen, selbst zu planen. Spätestens mit dem ersten Nebenjob oder der Ausbildung brauchen Jugendliche ein Konto, auf das Lohn überwiesen werden kann.
Was Eltern zustimmen müssen
Kinder zwischen sieben und 17 Jahren sind beschränkt geschäftsfähig. Für die Kontoeröffnung brauchen sie deshalb die Zustimmung ihrer Eltern – das gilt auch für Karten und Überweisungen. Die meisten Bankgeschäfte fallen nicht unter den Taschengeldparagrafen, auch wenn sie kostenlos sind.
- In der Praxis eröffnen Eltern das Konto gemeinsam mit dem Kind.
- Eltern können mitbestimmen, wie viel abgehoben oder überwiesen werden darf.
- Ausnahme: Hat ein Jugendlicher einen genehmigten Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, darf er ein Gehaltskonto auch allein eröffnen.
Kein Dispo, keine Schulden
Jugendkonten werden immer auf Guthabenbasis geführt. Ein Dispo ist nicht möglich: Ein Kredit für Minderjährige bräuchte die Genehmigung des Familiengerichts. Für Eltern heißt das: Das Konto kann nicht ins Minus rutschen, und es entstehen keine Schulden.
Welche Karte passt?
Karten für Jugendliche
| Karte | Wie sie funktioniert | Gut für |
|---|---|---|
| Debitkarte (z. B. girocard oder Visa/Mastercard Debit) | Zahlung geht direkt vom Konto ab, oft mit Online-Prüfung des Guthabens | Bezahlen im Laden und Geldabheben |
| Prepaid-Kreditkarte | Wird vorher aufgeladen, nur das Guthaben kann ausgegeben werden | Online-Shopping, Reisen, Klassenfahrt |
| Echte Kreditkarte | Mit Kreditrahmen | Für Minderjährige nicht vorgesehen |
Welche Karte ab welchem Alter möglich ist, legt jede Bank selbst fest.
Mehr zum Unterschied der Karten liest du in Debit oder Kreditkarte. Für Reisen ins Nicht-Euro-Ausland lohnt ein Blick auf Kreditkarte im Ausland.
Worauf du beim Vergleich achten solltest
- Kostenlos: Kontoführung und Karte sollten nichts kosten – bei Jugendkonten ist das die Regel.
- Geldautomaten: Wo kann dein Kind kostenlos abheben?
- App und Online-Banking: Eine übersichtliche App hilft beim Lernen. Gut sind Funktionen wie Ausgabelimits oder Sparziele.
- Elternzugriff: Manche Banken zeigen Eltern die Umsätze an, solange das Kind minderjährig ist.
- Was nach 18 gilt: Prüfe schon jetzt, was das Konto später kostet.
Was mit 18 passiert
Mit dem 18. Geburtstag wird das Jugendkonto meist automatisch in ein normales Konto umgewandelt – oder in ein Konto für Studenten und Azubis. Dann können Gebühren anfallen, und ein Dispo wird möglich. Schau rechtzeitig nach, welches Modell passt. Hilfe findest du in unseren Ratgebern zum kostenlosen Girokonto und zum Kontowechsel.
Tipps für den Start
- Taschengeld per Dauerauftrag aufs Konto – wie ein kleines Gehalt.
- Gemeinsam einmal im Monat die Umsätze anschauen.
- Ein kleines Sparziel festlegen, etwa für ein Fahrrad oder ein Konzert.
- PIN niemals weitergeben, auch nicht an Freunde.
- Vorsicht bei „Später bezahlen“ im Online-Shop – mehr dazu in Später bezahlen.
Ein bewährtes Modell für Eltern: Das Taschengeld wird wie ein Budget behandelt. Ein Teil ist für Freizeit und Snacks, ein kleiner Teil wandert automatisch auf ein Sparkonto, und größere Wünsche werden gemeinsam geplant. Wer früh lernt, Ausgaben zu überblicken, tappt später seltener in die Dispo-Falle.
Ab etwa 13 oder 14 Jahren kommen oft eigene Abos dazu – Streaming, Spiele, Handyvertrag. Sprecht offen darüber, welche Kosten regelmäßig abgehen, und schaut gemeinsam auf die Kontoauszüge. Für In-App-Käufe solltest du im Smartphone eine Bestätigung durch die Eltern einrichten.
Für wen das nicht passt
Ein eigenes Girokonto ist für jüngere Kinder oft noch zu früh, wenn das Taschengeld bar besser zu überblicken ist. Auch wenn ein Kind sehr schnell Geld ausgibt, kann eine Prepaid-Karte mit kleinem Guthaben der sanftere Einstieg sein. Für reines Sparen ohne Zahlungsverkehr reicht ein Sparkonto oder Tagesgeld auf den Namen des Kindes.
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- Kostenloses Girokonto: Worauf du achten musst
- Debit oder Kreditkarte
- Notgroschen: Wie viel solltest du zurücklegen?
- Gemeinschaftskonto: Was Paare wissen sollten
Häufige Fragen
Ab welchem Alter kann mein Kind ein Girokonto haben?
Viele Banken bieten Konten ab sieben Jahren an. Sinnvoll ist ein Girokonto meist ab etwa zehn bis zwölf Jahren.
Müssen beide Eltern zustimmen?
Die Zustimmung eines Elternteils reicht in der Regel. Lehnt ein Elternteil ab, kommt der Vertrag nicht zustande.
Kann ein Jugendkonto ins Minus rutschen?
Nein. Jugendkonten laufen auf Guthabenbasis, ein Dispo ist für Minderjährige nicht möglich.
Was passiert mit dem Konto ab 18?
Es wird meist in ein normales Konto oder ein Konto für Azubis und Studenten umgewandelt. Dann können Gebühren anfallen.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Bankgeschäfte mit Minderjährigen (Dezember 2025)
- § 107 BGB: Einwilligung des gesetzlichen Vertreters
- § 110 BGB: Taschengeldparagraf
Dieser Artikel ersetzt keine persönliche Finanz- oder Rechtsberatung. Stand: November 2026.
